Mit der Sprache der Worte und des Körpers verständigen wir uns – bewusst und unbewusst, Tag für Tag, in jeder Situation. Richtig eingesetzt können wir damit unangenehme Zeitgenossen auf Abstand halten sowie positive Menschen für uns gewinnen.

Die Sprache unseres Körpers – wortlose Signale in Beruf, Alltag und Selbstverteidigung
Sprache des Körpers: Die Haltung hat großen Einfluss auf unsere Außenwirkung. Foto: peter_pyw / Ryan McGuire / pixabay

Die Sprache bewusst wahrnehmen

Möchten wir etwas mitteilen, dann reden wir. Vielleicht wundern wir uns von Zeit zu Zeit, wenn der Gesprächspartner unsere Worte nicht so versteht, wie wir sie gemeint haben. Missverständnisse in der Kommunikation sind an der Tagesordnung – überall und immer wieder. Aber warum ist das so, obwohl wir uns doch (unserer Meinung nach) kristallklar ausdrücken?

Nicht nur das gesprochene Wort gibt Informationen weiter. Der Körper redet ebenfalls – ununterbrochen, den ganzen Tag lang. Er sendet sogar Signale, wenn wir schweigen. Meist läuft dies vollautomatisch ab, ohne dass wir es aktiv steuern. Viele Menschen sind sich dessen nicht einmal bewusst, da sie sich mit der Funktionsweise der Körpersprache nie auseinandergesetzt haben. Jedes Kind lernt sprechen, um sich angemessen zu verständigen. Darauf liegt der Fokus – die körperlichen Signale sind dagegen häufig weder in den Familien noch in den Schulen ein Thema. Dabei machen sie einen erheblichen Teil der Kommunikation aus und tragen maßgeblich zu einem funktionierenden (oder fehlgeschlagenen) Austausch bei.

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Wie wir nonverbale Signale senden

Zur Körpersprache zählen unsere Gestik (Hände und Füße, Arme und Beine), die Mimik, Körperhaltung, Stimme und der Blick. Auch das Distanzverhalten spielt eine wichtige Rolle. Speziell bei der Mimik gibt es dabei Basisemotionen, die jeder auf der Welt versteht. Das sind Wut, Überraschung, Angst, Trauer, Ekel, Freude und Verachtung. Darüber hinaus existieren jedoch kulturelle Unterschiede. Was in einem Land normal ist, kann in einem anderen bereits als Beleidigung gelten oder das Gegenteil vom uns Bekannten bedeuten. Schütteln wir in Europa beispielsweise den Kopf, bedeutet das: Nein. In Indien dagegen gilt das seitliche Kopfwackeln als Zustimmung.

Auch die Optik und das Umfeld verraten viel über einen Menschen. Wie richten wir die Wohnung ein, welche Kleidung tragen wir, wie stylen wir die Haare, welchen Klingelton hat unser Smartphone? Ist der Schreibtisch aufgeräumt oder ein Chaos? Wenn wir gezielt darauf achten, lässt sich aus solchen Kleinigkeiten einiges über die Vorlieben, Angewohnheiten und Wertvorstellungen unseres Gegenübers ableiten.

Viele Länder, eine Sprache: Basisemotionen, die jeder auf der Welt versteht
Wut, Überraschung, Angst, Trauer, Ekel, Freude und Verachtung sind Emotionen, die jeder weltweit versteht. Darüber hinaus gibt es kulturelle Unterschiede. Foto: dragonalpha001 / pixabay

Die Sprache des Körpers und unsere Worte – eine Wellenlänge?

Es gibt viele Studien zum Thema „nonverbale Kommunikation“ und deren Bedeutsamkeit.  Die Bekannteste ist wohl von Albert Mehrabian, einem iranisch-amerikanischen Psychologen, aus dem Jahr 1971. Er stellt die Behauptung auf, dass unglaubliche 93 Prozent der Kommunikation nonverbal abläuft – also ohne Worte. Das Allensbach-Institut wartet immerhin noch mit 81 Prozent auf.

Haben wir uns mit den Studien nicht näher beschäftigt, sind wir bei solchen Ergebnissen wohl erst einmal skeptisch. Denn schauen wir uns im Fernsehen ein Drama in einer für uns fremden Sprache an, verstehen wir definitiv  keine 93 oder 81 Prozent von dem, was dort passiert. Doch darum geht es auch gar nicht. Diese Studien beziehen sich lediglich auf Situationen, in denen unsere Worte und unsere Körpersprache nicht im Einklang sind.

In unverfänglichen Momenten haben wir unsere Außenwirkung meist intuitiv im Griff. Sagen wir unserem Kind, dass wir es lieben, wenden wir uns ihm automatisch zu und lächeln dabei. Wir drehen uns weder weg, noch runzeln wir die Stirn oder schreien es an.  Bilden Wort und Körper aber einen Gegensatz, dann glauben tatsächlich über 80 % der Menschen der Körpersprache und nicht dem, was wir sagen. Je nach Ausprägung der Widersprüchlichkeit liegt der Prozentsatz sogar um einiges höher.

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Die Sprache des Körpers in der Selbstverteidigung

Täter wollen Opfer, keine Gegner. Ob beim Mobbing, Handtaschendiebstahl oder Überfall: Sie sind auf der Suche nach Personen, von denen sie möglichst wenig Gegenwehr erwarten. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir in dieses Profil passen, hängt maßgeblich von der Sprache unseres Körpers ab. Eine aufrechte Haltung, selbstbewusstes Auftreten, ein gesundes Distanzverhalten und eine freundliche, aber bestimmte Ansprache sind dabei unerlässlich.

Mehr zur „Körpersprache in der Selbstverteidigung“ finden Sie an dieser Stelle, sobald der Beitrag fertiggestellt ist.

Sprache in Beruf und Alltag

Nicht nur in Notsituationen ist die Sprache des Körpers ein großes Thema. Auch in Beziehungsfragen oder im täglichen Umgang mit Arbeitskollegen geht die Kommunikation manchmal ungewollte Wege – wenn nonverbale Signale provozieren, unpassend daherkommen oder das gesprochene (anklagende) Wort aggressiv unterstützen.

Möchten wir, dass unsere Message wirklich ankommt, ist neben deeskalierender Körpersprache außerdem eine deeskalierende Kommunikation gefragt. Ich- statt Du-Botschaften, Emotionsbeschreibungen anstelle verallgemeinernder Vorwürfe sind nur einige von zahlreichen Möglichkeiten. Denn lassen wir den ganzen Körper im Einklang mit den Worten bewusst sprechen, können wir unangenehme Personen auf Abstand halten und positive Menschen für uns gewinnen.

Mehr zum Thema „Deeskalierende Kommunikation“ finden Sie an dieser Stelle, sobald der Beitrag fertiggestellt ist.

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Nonverbale Kommunikation / Körpersprache: Wozu sie taugt und warum wir sie nutzen sollten

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ÜBER DIE AUTORIN

Tara Riedman ist freiberufliche Online-Redakteurin, Texterin und Autorin im Unterhaltungs-/Sachbuchbereich. Darüberhinaus leitet sie Kurse für Frauen Selbstbehauptung/Selbstverteidigung und ist als Trainerin in Sachen Gewaltprävention im Kinder- und Jugendbereich tätig.

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