Ju-Jutsu ist keine traditionelle asiatische Kampfkunst, sondern entstand in den 60er Jahren in Deutschland als Kampfausbildung für Polizei, Justiz und Grenzschutz. Dementsprechend eng orientiert es sich am Notwehrgesetz (§ 32 StGB). Als flexibles Selbstverteidigungssystem entwickelt es sich seit dem fortlaufend weiter und passt sich den stetig wandelnden Anforderungen an. Da hier unterschiedlichste Faktoren Einfluss nehmen, ist Ju-Jutsu besonders breit aufgestellt und bietet Selbstverteidigung mit und ohne Waffen, auch unter Einbeziehung von Alltagsgegenständen.

Ju-Jutsu – vielseitige und zeitgemäße Selbstverteidigung
Ju-Jutsu-Training: Faires Miteinander in jeder Situation. Foto: Taco Fleur / pixabay

Ju-Jutsu – die Basis für viele Kampfsysteme

Viele in jüngerer Zeit entstandenen Kampfsysteme basieren auf Extrakten aus dem Ju-Jutsu, um die Trainierenden möglichst schnell an ein bestimmtes Ziel zu bringen. Das kann beispielsweise das schnelle Ausschalten eines Gegners sein, ein Wettkampferfolg oder der Erhalt des allgemeinen Wohlbefindens. Ju-Jutsu hingegen bewahrt seine Vielfalt und baut diese immer weiter aus. Die Trainingsinhalte sind dadurch zwar etwas komplexer, doch auch gleichermaßen vielseitig wie abwechslungsreich. Das Ergebnis ist eine maximale Anpassungsfähigkeit an unterschiedlichste Situationen, aus denen sich jeder individuell und entsprechend der eigenen Möglichkeiten seinen persönlichen Stil formen kann.

Redaktionsempfehlung für Kampfsportler(innen):
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Kampfsport-Ausrüstung *
Ju-Jutsu bringt Spaß und Abwechslung ins Training
Facettenreicher Kampfsport: im klassischen Training in der Halle (Dojo) oder als Outdoor-Szenario. Foto: SG Langenfeld / Michael Maas

Ju-Jutsu hat viele Facetten – die Selbstverteidigung ist nur eine davon. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist der Trainingsspaß. Denn wer mit Begeisterung bei der Sache ist, lernt auch komplexere Vorgänge ohne große Mühe. Dabei sind die Entfaltungsmöglichkeiten für Frauen und Männer wie auch für Kinder und Jugendliche je nach persönlichem Interessenschwerpunkt vielfältig:

Selbstverteidigung & Selbstbehauptung mit den Schwerpunkten:

  • situationsbedingte realistische Selbstverteidigung für alle
  • Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen
  • Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Kinder
  • Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Behördenmitarbeiter
  • Deeskalation (Auftreten, Kommunikation und Körpersprache)
  • Raumeinteilung, Strategie- und Szenarien-Training
Im Brazilian Ju-Jutsu liegt der Schwerpunkt auf dem Bodenkampf
Brazilian Ju-Jutsu (BJJ): Bodenkampf in Bestform. Foto: Samuel Castro / unsplash

Wettkampf

  • Allkampf (ganzheitlicher Wettkampf unter Einbeziehung aller Ju-Jutsu-Elemente)
  • Fighting (reglementierter Halbkontakt-Wettkampf)
  • Ne-Waza / Brazilian Ju-Jutsu (Bodenkampf)
  • Duo (Partnerdarstellung)

Kognitives Training

  • Bewegungsmuster und Drills mit und ohne Waffen sowie mit und ohne Partner
  • Bewegungsformen zur Steigerung der Effektivität von Techniken

Techniktraining

  • Ausbau der Techniken in verschiedenen Situationen
  • Der Gürtelfarbe entsprechendes Techniktraining (Kyu = Schülergrade, Dan = Meistergrade) 
Allkampf im Ju-Jutsu
Allkampf: Wettkampftraining bringt Power ins Sportlerleben. Foto: SG Langenfeld / Michael Maas

Physisches Training

  • Kraft
  • Ausdauer
  • Reaktionsvermögen
  • Beweglichkeit
  • Gesundheitsprävention

Mentales Training

  • Innere Balance
  • Selbstsicherheit
  • Soziale Kompetenz

Die Ju-Jutsu-Verbände in Deutschland sind innerhalb der einzelnen Bundesländer organisiert. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Deutschen Ju-Jutsu-Verbands e. V.

Quelle: Michael Maas (Ju-Jutsu, 6. Dan)

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