Sie möchten sich ein oder mehrere Hilfsmittel zur Selbstverteidigung zulegen? Dann sollten Sie sich im Vorfeld gut über alle Möglichkeiten informieren, die es am Markt gibt. Nur so ist sichergestellt, dass Sie am Ende das richtige Helferlein für Ihre Bedürfnisse finden.

Ein bunter Strauß an Selbstschutzmitteln: von mobilen Alarmanlagen über Pfefferspray bis hin zu Alltagsgegenständen
Foto: Tara Riedman

Hilfsmittel zur Selbstverteidigung

Hier erhalten Sie eine kompakte Zusammenfassung von Selbstverteidigungswaffen für Frauen und deren Anwendungsbereiche. Dieser Überblick dient der Orientierung und bedeutet nicht, dass jedes aufgeführte Produkt uneingeschränkt empfehlenswert ist. Menschen sind unterschiedlich. Sie haben abweichende Vorlieben und Voraussetzungen, die wir gerade bei dem wichtigen Thema Sicherheit berücksichtigt müssen.

Die Entscheidung für ein Hilfsmittel zur Selbstverteidigung ist mehr als die Wahl, ob wir zum Frühstück ein Käse- oder Marmeladenbrötchen essen. Denn wir sollten uns damit nicht nur wohlfühlen, sondern auch umgehen können. Ist das nicht der Fall, kann solch ein Selbstschutzartikel uns sogar zusätzlich gefährden.

Risikobewusstsein schärfen, Gefahren minimieren

Jedes Produkt funktioniert nur so gut, wie die Anwenderin es bedient. Aus einem Computer holen wir nur etwas Brauchbares heraus, wenn wir die richtigen Anweisungen eingeben. Mit einer Selbstverteidigungswaffe verhält es sich ähnlich. Dabei gibt es simpel zu bedienende Exemplare und andere, für die mehr Übung erforderlich ist. Je sicherer wir im Umgang mit dem Mittel der Wahl sind, desto effektiver wirkt es – in einer Verteidigungssituation gegen den Angreifer und im Vorfeld auf unser Selbstvertrauen.

Wenden wir es halbherzig oder gar falsch an, erhöht das die Gefahr unter Umständen sogar. Der Computer stürzt im schlimmsten Fall ab, wenn wir Mist bauen. Ein Verteidigungsmittel kann uns der Gegner in freier Wildbahn abnehmen und gegen uns verwenden oder wir verletzen uns am Ende selbst damit. In der Notwehr gibt es nichts, das die Arbeit von allein für uns erledigt, ohne dass wir etwas dafür tun müssen.

Pfefferspray und Signalpfeife – Hilfsmittel im Selbstschutz
Foto: adobestock.com/Fotofuchs/pixabay.com/Walter Bichler

Vorbereitung ist alles

Haben wir unser Selbstverteidigungsmittel gefunden und laufen durch die Straßen, fühlt sich das gut an. Selbst wenn Sie von Natur aus kein ängstlicher Mensch sind, erhöht die Gewissheit, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten vorbereitet sind, das Selbstvertrauen enorm. Das hat wiederum positive Auswirkungen auf unsere Körperhaltung und die Ausstrahlung. So legen wir die Opferhaltung ab, nach der potentielle Täter Ausschau halten. Denn der Großteil unter ihnen sucht leichte Beute, keine Gegner.

Seien wir ehrlich: Es ist einfacher und angenehmer sich einzureden, dass Übergriffe uns selbst sowieso nicht treffen, sondern nur die anderen. Leider haben das viele Betroffene vorher auch gedacht. Und sind wir erst einmal in einer misslichen Lage, nützt uns alles „Hätte, Wenn und Aber“ nichts mehr.

Distanzverhalten

Kommen wir zu den Selbstverteidigungswaffen für Frauen an sich. Nicht jede Variante ist für alle Entfernungen geeignet. Wir unterscheiden zwischen Fern-, Halb- und Nahdistanz.

  • Ferndistanz = kein körperlicher Kontakt möglich (mehr als eine Arm- oder Beinlänge Abstand)
  • Halbdistanz = körperlicher Übergriff möglich (Schlag, Fassangriffe an Armen, Kleidung oder Haaren)
  • Nahdistanz = enger körperlicher Kontakt
Tactical Lights: spezielle LED-Taschenlampen als taktische Helferchen im Selbstschutz
Foto: adobestock.com/Diflope/pixabay.com/Stefan Schweihofer

Selbstverteidigungswaffen für die Ferndistanz

Tactical Light

Ein Tactical Light ist eine extra helle kleine LED-Lampe, die mehr kann als eine normale Taschenlampe. Sie bietet verschiedene Modi – einen davon, um den Gegner effektiv zu blenden. Damit irritieren wir ihn und haben ggfs. die Möglichkeit zur Flucht, die immer erste Wahl ist. Das Tactical Light ist ein gutes Hilfsmittel für die Ferndistanz, doch gibt es bei der Verwendung trotzdem einige Punkte zu beachten.

Redaktionsempfehlung
Tactical Light „HIILIGHT XM-L T6“ *
Tactical Light „ThruNite“ *

Einen Vergleichstest und weitere Informationen zum Tactical Light finden Sie hier.

Taschenalarm / Schrillalarm

Der Taschen- bzw. Schrillalarm ist keine Waffe im klassischen Sinne, aber ein wirksames Hilfsmittel in der Selbstverteidigung. Einfach in der Anwendung, preiswert und je nach Modell ordentlich laut. Also wunderbar geeignet, um Aufmerksamkeit zu schaffen – und das ist in einer Notsituation immer eine gute Idee.

Redaktionsempfehlung
Taschenalarm von BOIROS (3 Stück), 140dB mit LED-SOS-Lampe *
Taschenalarm von Aboat (5 Stück), 140dB mit LED-SOS-Lampe *

Detaillierte Informationen zum Taschenalarm erhalten Sie hier.

Signalpfeifen

Signalpfeifen haben eine ähnliche Wirkung wie der Schrillalarm. Auch mit ihnen können wir Krach schlagen und sie aufgrund der sehr kleinen Größe beispielsweise am Schlüsselbund mitführen. Sie sind gut für Situationen geeignet, in denen wir SOS-Signale senden müssen. In akuten Angriffssituationen sind sie zwar schlechter zu handhaben als der Taschenalarm, doch wir können sie zusätzlich in der Nahdistanz dicht am Ohr des Täters einsetzen.

Redaktionsempfehlung
Signalpfeife FOX 40 Pearl in vielen Farben *

Sobald der Beitrag zum Thema „Signalpfeife“ auf SchutzTipps.de verfügbar ist, finden Sie ihn hier.

Pfefferspray, Pfeffergel, CS-Gas

Diese Produkte sind offiziell nur zur Tierabwehr erlaubt. Sind sie entsprechend gekennzeichnet, können wir sie legal mitführen. Und ganz ehrlich: In einer Notwehrsituation erwartet niemand, dass wir erst ein Tier neben dem Täter drapieren, damit wir uns wehren dürfen.

Zwischen CS-Gas und Pfefferspray gibt es Unterschiede. Ein Spray ist anders anzuwenden als ein Gel und auch die Inhaltsmenge der Dose kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Der Inhalt wird inzwischen wahlweise mit farbiger Kennzeichnung angeboten, um den Angreifer später identifizieren zu können. Bei der Anwendung von Pfefferspray zur Selbstverteidigung sind allerdings einige Dinge zu beachten.

Redaktionsempfehlung
Pfefferspray von ABUS inkl. Übungsspray *
Pfefferspray von KH-Security inkl. Box für besseren Griff und Clip zur Befestigung am Gürtel *

Sobald der Beitrag zum Thema „Pfefferspray/-gel, CS-Gas“ auf SchutzTipps.de verfügbar ist, finden Sie ihn hier.

Schreckschusspistolen

Schreckschusspistolen sehen echten Schusswaffen meist sehr ähnlich. Das kann ein Vorteil, aber auch ein gewaltiger Nachteil sein. Wir können sie zwar ab 18 Jahren legal erwerben, jedoch dürfen wir sie nicht in der Öffentlichkeit mitführen. Der Besitz ist ausschließlich in Wohn-/Geschäftsräumen sowie im befriedeten Besitztum zulässig (dazu zählen keine  Autos). Darüber hinaus müssen alle Personen zustimmen, die dort ebenfalls leben oder anwesend sind.

Mit einem kleinen Waffenschein, den jeder beantragen kann, ist es erlaubt, Schreckschusspistolen öffentlich zu tragen.

Sobald die Beiträge zu den Themen „Schreckschusspistolen“ und „Waffenschein“ auf SchutzTipps.de verfügbar sind, finden Sie sie hier.

Selbstverteidigungswaffen für die Halbdistanz

Sicherheitsschirm

Der Sicherheitsschirm sieht auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Regenschirm aus. Diese Funktion erfüllt er zwar hervorragend, kann uns mit etwas Übung aber auch gute Bodyguard-Dienste leisten.

Redaktionsempfehlung
Sicherheitsschirm „City-Safe“ *
Damen-Sicherheitsschirm *

Weitere Informationen zum Sicherheitsschirm und verschiedene Anwendungsmöglichkeiten erhalten Sie hier.

Schlagstöcke

Teleskop-Schlagstöcke bestehen aus mehreren Gliedern, sind mit einem Ruck einsatzbereit und extrem hart. Diese Art der Waffe ist nichts für Anwender(innen) ohne Erfahrung. Außerdem unterliegt sie, genau wie Schreckschusspistolen, dem Waffengesetz, und darf in der Öffentlichkeit nicht mitgeführt werden.

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Alltagsgegenstände sehen unscheinbar aus, werden aber bei richtiger Anwendung zu Selbstverteidigungswaffen für Frauen im Selbstschutz.
Foto: Foto: pixabay.com/Thomas B./unsplash.com/Tamara Bellis

Selbstverteidigungswaffen für die Nahdistanz

Kubotan / Tactical Pen

Der Kubotan (auch als Kugelschreiber-Variante „Tactical Pen“ erhältlich) ist ein kleines unscheinbares Helferchen, das es in sich hat. Haben wir den Umgang damit einmal gelernt, ist es eine effektive Selbstverteidigungswaffe – bis dahin bedarf es allerdings einiger Übung. Ein Kubotan gilt als Schlüsselanhänger und unterliegt deshalb nicht dem Waffengesetz.

Redaktionsempfehlung
Kubotan „BlackField“ Luxus-Variante für Profis *
Kubotan von Amathings – Basic-Variante * (4 Stück + 2 SOS-Pfeifen)

Sobald der Beitrag zum Thema „„Kubotan / Tactical Pen“ auf SchutzTipps.de verfügbar ist, finden Sie ihn hier.

Elektroschocker

Elektroschocker sind nur bedingt für die Selbstverteidigung geeignet, trotzdem gehören sie mit in diese Übersicht. Sie geben auf Knopfdruck Stromimpulse ab und sollen den Gegner so für einige Sekunden außer Gefecht setzen.

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Alltagsgegenstände

Auch mit Alltagsgegenständen wie Schlüssel, Stöckelschuhe, Ladekabel, Kugelschreiber und Getränkeflaschen können wir uns verteidigen. Sie sehen auf den ersten Blick ungefährlicher aus, als sie bei korrekter Anwendung tatsächlich sind.

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Der Selbstverteidigungskurs als Testlauf

Um einige dieser Hilfsmittel auszuprobieren und das richtige für uns zu finden, bieten sich Selbstverteidigungskurse an. Doch natürlich geht es auch auf eigene Faust – in einem Kurs haben wir allerdings den Vorteil der persönlichen Anleitung. Andererseits ist Kurs leider nicht gleich Kurs, da es keine einheitlichen Standards und sehr unterschiedliche Qualitäten gibt. Worauf Sie bei der Auswahl unbedingt achten sollten, erfahren Sie hier: Gute Selbstverteidigungskurse finden – 5 Tipps

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Hilfsmittel zur Selbstverteidigung / Selbstverteidigungswaffen: Übersicht & Anwendungsbereiche

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ÜBER DIE AUTORIN

Tara Riedman ist freiberufliche Online-Redakteurin, Texterin und Autorin im Unterhaltungs-/Sachbuchbereich. Darüberhinaus leitet sie Kurse für Frauen Selbstbehauptung/Selbstverteidigung und ist als Trainerin in Sachen Gewaltprävention im Kinder- und Jugendbereich tätig.

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